Unsere Grundlage:

 

Die Initiative pro concilio orientiert sich an den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils und dessen Pastoralkonstitution Gaudium et spes: es geht um eine Reflexion der Lebenswirklichkeit der Menschen im Licht des Evangeliums:

  • "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen dieser Zeit, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind Freude und Hoffnung, Trauer und Angst auch der Jünger Christi, und es findet sich nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihrem Herzen widerhallte." (GS 1)

  • "Zur Erfüllung dieser Aufgabe obliegt der Kirche durch alle Zeit die Pflicht, die Zeichen der Zeit zu erforschen und im Licht des Evangeliums auszulegen, so dass sie in einer der jeweiligen Generation angemessenen Weise auf die beständigen Fragen der Menschen nach dem Sinn des gegenwärtigen und des zukünftigen Lebens und nach ihrem gegenseitigen Verhältnis antworten kann." (GS 4)

Was wir wahrnehmen

Die Situation der Katholischen Kirche hat sich seit dem Pontifikat von Papst Franziskus deutlich verändert. Die schwere Krise, in die sich die Kirche durch das Blockieren und Zurücknehmen der zukunftsweisenden Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils gebracht hat, ist allerdings nicht überwunden. Der Reformstau wirkt sich immer drastischer aus, die Bindungen an die Kirche schwinden: im Jahr 2018 wurde hierzulande ein Höchststand der Austrittszahlen erreicht. Zunehmend viele, auch bislang engagierte Christinnen und Christen distanzieren sich, resignieren und ziehen geräuschlos aus - die junge Generation findet in der Kirche oft keine Heimat mehr. Personalnot und immer größere "Seelsorgeeinheiten" führen dazu, dass Kirche vor Ort nicht mehr positiv erfahren werden kann.

Die Kirchenleitung will nicht begreifen, dass der neue Wein der Glaubens- und der Kirchenerneuerung auch in die neuen Schläuche zeitgemäßer Strukturen gehört (vgl. Mk 2,22). Wichtige Themen werden tabuisiert, pastorale Konzepte klammern wesentliche Ursachen der existentiellen Krise einfach aus, die "Zeichen der Zeit" werden nicht erkannt.

Viele Gemeinden vor Ort warten vergeblich darauf, dass sich wirk-lich etwas bewegt - ihre Hoffnungen richten sich auf Papst Franziskus, der auch bei inhaltlichen Fragen (z.B. Homosexualität, Umgang mit Geschiedenen) erkennen lässt, das eine neue Sicht der Dinge vonnöten ist. Wirklich Reformen blieben aber bisher aus, u. a. weil Kurie und Bischöfe blockieren und die althergebrachte klerikale Struktur partout nicht aufgeben wollen. In der Zeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART wird das richtigerweise als "unterlassene religiöse Hilfeleistung" für die Menschen von heute bezeichnet.

Wir treten ein

  • für eine spirituell und strukturell erneuerte, glaubwürdige Kirche im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils;

  • für einen geschwisterlichen und synodalen Kommunikationsstil auf allen und zwischen allen kirchlichen Ebenen;

  • für eine stärker am Menschen orientierte Seelsorge, Liturgie und Verkündigung;

  • für eine Neubesinnung der kirchlichen Sexualmoral und der Geschlechtergerechtigkeit;

  • für neue Zugangswege zum kirchlichen Amt (Der Zugang zu den Weiheämtern ist allen Geschlechtern gleichermaßen zu ermöglichen. Weiheämter sind nicht an die zölibatäre Lebensform gebunden;

  • für mehr Eigenständigkeit der Ortskirchen und weniger Zentralismus (entscheidungsbefugte Synoden unter Einbeziehung des Kirchenvolkes);

  • für weitere Schritte in der Ökumene hin zur gemeinsamen Feier von Abendmahl und Eucharistie.

Dies wollen wir erreichen durch phantasievolle und integrierende Aktivitäten, denn „die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14): Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Dialog mit kirchlichen Amtsträgern und Gremien, Förderung von Initiativen an der Basis, Vernetzung mit anderen kirchlichen Reformbewegungen.

 

Nähere Informationen zu den Reformanliegen der Initiative pro concilio e.V. finden Sie in unserer "Themen-Plattform":

PDF: Themen-Plattform der Initiative pro concilio

PDF: Themen-Plattform der Initiative pro concilio - Kurzfassung