Kommentar

04.02.2020

Prinzip Hoffnung  - Kommentar zum Synodalen Weg

Die erste Vollversammlung des Synodalen Weges liegt hinter uns. Etwas holprig hat sie begonnen, aber dann nahm sie doch Fahrt auf. Viele Redebeiträge ließen aufhorchen. Vor allem die der Frauen, die offen aussprachen, was sie an Änderungen erwarten: Wirkliche Beteiligung an der Macht, ohne Zulassung zu den Dienstämtern gibt es keine Geschlechtergerechtigkeit. Erstaunlich und erfreulich, dass sich zwei Bischöfe weit aus dem Fenster wagten: Bischof Bode von Osnabrück sprach sich für die Freiwilligkeit des Zölibats aus, Erzbischof Heße von Hamburg hält es für akzeptabel, wenn gleichgeschlechtliche Paare miteinander Sex haben. Andere Bischöfe, wie vor allem Kardinal Woelki, sehen in der sich anbahnenden Entwicklung die Identität der Katholischen Kirche bedroht. Schon allein die Tatsache, dass die Bischöfe nicht mehr als geschlossener Block zusammensitzen konnten, sondern sich in alphabetischer Reihenfolge unter die Laien mischen mussten, empfand Woelki als Provokation. Wenn man die vielen Berichte und Kommentare der letzten Tage auf einen Nenner bringen will, kann man sagen: Es ist vieles in Bewegung geraten, aber noch ist nichts erreicht. Die Traditionalisten werden alles tun, um die so notwendigen Reformen zu verhindern. Sie bezichtigen die Reformer, vom wahren katholischen Glauben abzufallen und eine protestantische Kirche errichten zu wollen. Doch die vielen reformbereiten Stimmen, darunter viele Ordensleute und spirituell erfahrene Mitchristen, machen Mut und stärken die Hoffnung auf Veränderung. Letztlich werden die wichtigsten Reformanliegen vom Papst und von einem künftigen Konzil entschieden werden müssen. Das sehen nicht nur wir so, sondern auch Kardinal Reinhard Marx und Thomas Sternberg, der Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Bleiben wir also dran an unserer Hauptforderung. Bleiben wir dran, den Syno-dalen Weg weiter zu beobachten, im Gebet und in der Tat zu unterstützen, aber auch kritisch zu begleiten. Unser Konzil von unten, hinter dem ein ganz großer Teil unserer Diözese steht, wünscht sich greifbare Ergebnisse einer sich erneuernden Kirche, die in der Lage ist, den Menschen der heutigen Zeit die alternativlose und befreiende Botschaft vom Reich Gottes wieder nahe zu bringen.

Wolfgang Kramer

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Initiative pro concilio e.V.

Reformgruppe in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

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Aktuell

Konzil von unten: Konzilstag vom 07.11.2020 auf den 30.10.2021 verlegt!

Die Corona-Krise macht auch vor unserer Aktion 'Konzil von unten' nicht Halt. Schweren Herzens mussten auch wir unsere Planung ändern. Der für 07.11.2020 geplante Konzilstag in Rottenburg wurde auf den 30.10.2021 verlegt, ebenfalls in Rottenburg. Zum Wesentlichen unserer Aktion gehört der Basisbezug, alles soll letztlich von den Kirchengemeinden und Verbänden sowie kirchlichen Gruppierungen ausgehen. Die Aktion braucht deshalb die Kirchengemeinderäte und Verbandsgremien, sonst wird sie ihrem Anspruch nicht gerecht. An ein normales Arbeiten der im März 2020 neu gewählten Kirchengemeinderäte sowie der Verbandsgremien ist vor September 2020 nicht zu denken - wenn überhaupt. Ein Konzilstag mit Abstandsregeln macht wenig Sinn. Wir bitten für die Verlegung um Verständnis. Evtl. findet am 07.11.2020 ein "kleiner Konzilstag" in Stuttgart statt - als nochmalige Auftaktveranstaltung. Wir informieren hierüber zu gegebener Zeit noch. Im Frühherbst 2020 gehen wir nochmals auf die Kirchengemeinderäte und Verbände zu.

 

Die Aktion ist im November 2019 mit drei Auftaktveranstaltungen in Stuttgart, Ravensburg und Heilbronn gestartet.

Es folgen weitere Einzelveranstaltungen in Kirchengemeinden und Dekanaten.

Ab Mai 2020 gibt es einen Newsletter der Aktion "Konzil-von-unten".

Demnächst werden Unterstützerlisten etabliert für Kirchengemeinden und Verbände sowie für kirchliche Gruppieren aller Art.

Weitere Informationen unter:

www.konzil-von-unten.de