Unsere Ziele: SEHEN - URTEILEN - HANDELN

Was wir wahrnehmen

Die Situation der Katholischen Kirche hat sich seit dem Pontifikat von Papst Franziskus deutlich verändert. Die schwere Krise, in die sich die Kirche durch das Blockieren und Zurücknehmen der zukunftsweisenden Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils gebracht hat, ist allerdings nicht überwunden. Der Reformstau wirkt sich immer drastischer aus, die Bindungen an die Kirche schwinden: im Jahr 2014 wurde hierzulande ein Höchststand der Austrittszahlen erreicht. Zunehmend viele, auch bislang engagierte Christinnen und Christen distanzieren sich, resignieren und ziehen geräuschlos aus - die junge Generation findet in der Kirche oft keine Heimat mehr. Personalnot und immer größere "Seelsorgeeinheiten" führen dazu, dass Kirche vor Ort nicht mehr positiv erfahren werden kann.

Die Kirchenleitung will nicht begreifen, dass der neue Wein der Glaubens- und der Kirchenerneuerung auch in die neuen Schläuche zeitgemäßer Strukturen gehört (vgl. Mk 2,22). Wichtige Themen werden tabuisiert, pastorale Konzepte klammern wesentliche Ursachen der existentiellen Krise einfach aus, die "Zeichen der Zeit" wurden nicht erkannt. Weltweit wurden länderspezifische Formen des kirchlichen Lebens und des Engagements für die Armen im Sinne der befreienden Botschaft des Evangeliums verhindert.

Viele Gemeinden vor Ort warten vergeblich darauf, dass sich wirk-lich etwas bewegt - ihre Hoffnungen richten sich auf Papst Franziskus, der auch bei inhaltlichen Fragen (z.B. Homosexualität, Umgang mit Geschiedenen) erkennen lässt, das eine neue Sicht der Dinge vonnöten ist. Wir haben eine groteske Situation: Der Papst geht voran, große Teile des noch aktiven Volkes Gottes gehen mit, die Bischöfe sind wie gelähmt oder bremsen. Wir möchten die Bischöfe ermutigen, zusammen mit dem Papst und dem Volk Gottes neue Wege zu suchen und zu gehen.

Wir engagieren uns für

  • eine spirituelle und strukturelle Erneuerung der Kirche im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils;

  • einen geschwisterlichen und synodalen Kommunikationsstil auf allen und zwischen allen kirchlichen Ebenen;

  • eine stärker am Menschen orientierte Seelsorge, eine Erneuerung der Sakramentenpastoral und eine glaubwürdige Kirche;

  • eine lebendige, angstfreie und selbstkritische Streitkultur in der Kirche;

  • eine Stärkung der Eigenständigkeit der Ortskirchen und weniger Zentralismus;

  • länderspezifische Formen der Glaubensverkündigung und Glaubenspraxis insbesondere in den Kirchen des Südens;

  • die Enttabuisierung und Klärung wichtiger Reformthemen wie z.B. die Zulassungsbedingungen zum kirchlichen Amt für Frauen und Männer und die Neubesínnung der kirchlichen Sexualmoral;

  • Schritte in der Ökumene hin zur gemeinsamen Feier von Abendmahl und Eucharistie;

  • die Einberufung eines Reformkonzils in absehbarer Zeit unter Einbeziehung des Kirchenvolkes.

Dies wollen wir erreichen durch phantasievolle und integrierende Aktivitäten, denn „die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14): Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Dialog mit kirchlichen Amtsträgern und Gremien, Förderung von Initiativen an der Basis, Vernetzung mit anderen kirchlichen Reformbewegungen.

Nähere Informationen zur Initiative pro concilio e.V. und ihren Reformanliegen:

PDF: "Themen-Plattform"

PDF: "Themen-Plattform"-Kurzfassung

PDF: Flyer der Initiative pro concilio e.V.

PDF: Satzung der Initiative pro concilio e.V.